Poker Wahrscheinlichkeiten

Viele Profis behaupten, Poker habe nichts mit Glück zu tun. Schließlich muss es ja einen Grund haben, bei allen großen Turnieren oft dieselben Spieler auf den vorderen Rängen wiederzufinden.

Es stimmt also, dass Poker kein reines Glücksspiel ist – im Gegensatz zum Roulette beispielsweise. Dennoch gibt es auch beim Poker Wahrscheinlichkeiten, über die sich im Vorhinein informiert werden sollte. Zwar spielt der psychologische Aspekt nach wie vor eine große Rolle, kann jedoch durch kluge Poker Wahrscheinlichkeitsrechnung ein wenig minimiert werden.

Als Beispiel für die Poker Wahrscheinlichkeitsrechnung sollen deshalb die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Kombinationen dienen. Dies ist vor allem deswegen interessant, weil aus diesen Wahrscheinlichkeiten direkt die Ränge der Siegkombinationen bestimmt werden. Ein Royal Flush ist also nicht deswegen unbesiegbar, weil etwa das Muster so schön ist, sondern weil die Wahrscheinlichkeit für einen Royal Flush bei überschaubaren 0,00015 Prozent liegt. In Worten: 1,5 Zehntausendstel eines Prozents.

Mit dem Paar fängt alles an: Poker Wahrscheinlichkeitsrechnung

Es gibt 1.326 Möglichkeiten für eine Starthand beim Texas Hold´em. Diese wird noch ergänzt durch die fünf Gemeinschaftskarten, mit denen letztendlich das beste Blatt kombiniert werden soll. Die einfachste Kombination ist hierbei das Paar.

Viele Spieler, die ein Paar erhalten, spielen dieses bis zum Ende aus, teilweise selbst gegen hohe und aggressive Bets. Diese Spieler verlieren in der Regeln. Denn die meisten Paare sehen bloß schön aus; effektiv sind sie nicht. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent liegen sie gar nicht einmal so weit unter der High Card mit 50 Prozent, mit welcher niemand ernsthaft eine Runde zu dominieren versuchen würde.

Es ist also eine Sache der Psyche. Anders gestaltet es sich bei der nächstbesseren Kombination: zwei Paare. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit bloß noch bei 5 Prozent. Gesteigert wird das Doppelpaar vom Drilling mit 2 Prozent. Bereits hier wird also ersichtlich, dass das klassische Paar im Vergleich zu allen anderen Händen geradezu drastisch schlecht abschneidet – Zahlen lügen schließlich nicht.

Interessant werden die Poker Wahrscheinlichkeiten oberhalb des Drillings. Für einen Straight – manchmal auch Straße genannt – liegt die Wahrscheinlichkeit bei 0,4 Prozent. Der relative Unterschied zwischen Straight und Drilling (1:5) ist also viel größer als zwischen Drilling und Doppelpaar (1:2,5).

Halbiert man die Wahrscheinlichkeit für einen Drilling, gelangt man zum Flush. Nicht viel unwahrscheinlicher ist die Hand Full House mit 0,14 Prozent. Obwohl 0,14 Prozent sich nicht sonderlich wahrscheinlich anhören, sind alle Kombinationen bis einschließlich des Full House doch immer wieder zu beobachten.

Anders verhält es sich mit der nächstbesseren Kombination, dem Vierling mit 0,024 Prozent. Ab hier beginnen die Kombinationen im stark dezimalen Bereich. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst erfahrene Spieler einen Straight Flush mit seinen 0,0014 Prozent oftmals über Monate nicht zu Gesicht bekommen, ganz zu schweigen vom bereits erwähnten Royal Flush.

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